Leipzigs Nordwesten
Der Stadtbezirk Nordwest bietet mitsamt seinen eingemeindeten Ortsteilen zahlreiche Orte des Erinnerns, der Kunst und Kultur, der Umweltbildung und Erholung, Kinder- und Familienhilfe. Unsere Rundreise durch den Stadtbezirk soll einen kleinen Eindruck dieser Vielfalt vermitteln, verbunden mit Themen, die unserer Fraktion von hoher Wichtigkeit sind und mitunter Teil kommunalpolitischer Initiativen waren.
Gohliser Schlösschen
Das Gohliser Schlösschen ist ein im Jahr 1756 durch den damaligen Ratsbaumeister Johann Caspar im spätbarocken Stil erbaute Haus, welches der Stadt Leipzig gehört. Es zählt mit seiner einzigartigen und exzellent erhaltenen baulichen Substanz zu den besonderen Sehenswürdigkeiten unserer Stadt. Im barocken Oesersaal des Gohliser Schlösschens gibt es inmitten eines besonderen Ambientes die Möglichkeit der Eheschließung. Ansonsten finden im Gohliser Schlösschen regelmäßig kulturelle Veranstaltungen statt.
Gohliser Anger
Direkt hinter dem Gohliser Schlösschen in der Menckestraße findet sich der Gohliser Anger. Wo noch bis 2022 Autos parkten, wurde nach einem Stadratsbeschluss auf der knapp 1.000qm großen Mittelinsel durch eine landschaftsplanerische Umgestaltung ein kleiner grün geprägter Stadtplatz und Ort der Erholung geschaffen. Auch eine Historientafel und ein Trinkbrunnen finden sich dort.
Spielplatz Schillerhain und Vogelschutzgebiet
Der Spielplatz am zum Rosental zugehörigen Schillerhain wurde durch Mittel, die auf Initiative unserer Fraktion dem Amt für Stadtgrün und Gewässer zur Verfügung gestellt wurden, saniert und lädt Kinder und Familien zum Spielen ein. Auch der Stadtbezirksbeirat hat dort zusätzlich mit Stadtteilmitteln den Bau einer neuen Tischtennisplatte ermöglicht.
Wackelturm im Rosental
Eine Berühmtheit im Rosental ist der berüchtigte Wackelturm. Der 20m hohe begehbare Turm liegt etwas versteckt auf einer Anhöhe nahe des Marienweges und ermöglicht nach dem Aufstieg über zahlreiche Eisenstufen einen atemberaubenden Blick über Baumwipfel, Parkanlagen und Leipzigs Skyline. Der Aufstieg ist vor allem bei windigem Wetter oder etwas übermütigen Besuchern nichts für schwache Nerven, der er dann, vor allem auf der Aussichtsplattform, seinem Namen alle Ehre macht. Rund um den Wackelturm kann man am Froschteich den der Natur frönen oder über die hölzerne Hängebrücke wandeln.
Soziokulturelles Zentrum „Anker“
Der „Anker“ hat eine lange Tradition und ist Möckerns soziokulturelles Zentrum. Das Haus wurde ursprünglich als Konzert- und Ballhaus „Zum Goldenen Anker“ 1873 errichtet. Das Haus war derart baufällig, dass es im Rahmen einer Grundsanierung und mit maßgeblichem Druck aus dem Stadtrat einerseits mit einem Neubau 2001 erweitert und Ende 2018 mit dem sanierten Saal neu eröffnet werden konnte. Im Anker finden regelmäßig Konzerte und Veranstaltungen sowie Kinder- und Jugendangebote statt.
Der Anker befindet sich in der Renftstraße, ehemals Knopstraße, deren erster Abschnitt aber am ersten Todestag von Klaus Renft zu seinen Ehren umbenannt wurde.
Auensee
Der Auensee ist das 12ha messende beliebte Ausflugsziel im Leipziger Nordwesten. Hier fährt nicht nur die Parkeisenbahn ihre Runden. Hier gibt es auch einen tollen öffentlichen Spielplatz, ein Ausflugslokal mit Bootsverleih, das Haus Auensee als Veranstaltungs- und Konzerthaus, sowie einen Campingplatz. Der Auensee, so idyllisch er ist, bietet aufgrund seiner immer wieder aufkommenden Blaualgenproblematik keine Einladung zum Baden und schwimmen. Die bündnisgrüne Fraktion hat sich immer wieder dafür eingesetzt, dass der Zustand des als hoch polytroph geltenden Sees, der selbst keinen Zu- und Abfluss hat und ausschließlich durch stark nährstoffbelastetes Grundwasser gespeist wird, durch zusätzlichen Sauerstoffeintrag verbessert wird. Seit Frühjahr 2012 kommen drei Tiefenwasserbelüftungsanlagen (TIBEAN) zum Einsatz, mit deren Hilfe dem See Sauerstoff zugeführt wird. Die grundsätzliche Problematik der hohen Schlammmengen im See kann damit aber nicht gelöst werden.
Pittlerwerke
Die Pittlerwerke, die 1889 von dem Erfinder und Unternehmer Julius Wilhelm von Pittler erbaute ehemalige Werkzeugmaschinenfabrik, ist heute ein Gestaltungsort für nachhaltiges Zusammenarbeiten und -leben, für kulturelle Erlebnisse und Raum für unterschiedlichste Veranstaltungen. Ein Bauentwickler entwickelte auf den 32.000 qm in Zusammenarbeit mit einem renommierten Architekturbüro ein zukunftsorientiertes Konzept, welches unter anderem auch Freiräume für Kreativität und Kultur bietet. In den Pittlerwerken finden sich seitdem Künstler und Handwerker, Designer und Ingenieure, Start-ups und etablierte Unternehmen ein.
Auwaldstation
Die Auwaldstation, am „Eingang“ zum Naturschutzgebiet Burgaue und dem Schlosspark Lützschena gelegen, versteht sich als Umweltbildungszentrum, Naturschutzstation und Kulturstätte und wird über das Amt für Umweltschutz der Stadt Leipzig institutionell gefördert. Mit Ausstellungen, Kursen und Projekten leistet die Auwaldstation einen unverzichtbaren Beitrag zur Umweltbildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
Schlosspark Lützschena
Im Jahr 1822 erwarb der Leipziger Kaufmann Maximilian Speck, der später in den Adelsstand erhoben wurde und inzwischen auch zum Ehrenbürger ernannt ist, das Rittergut Lützschena. Auf einer Fläche von 19 Hektar legte er einen Park an, der heute als Schlosspark bekannt ist. Inspiriert von der typischen Auwaldlandschaft gestaltete er das Gelände naturnah und integrierte kleine künstliche Wasserläufe sowie den bestehenden Baumbestand. Der Park wurde zudem durch zahlreiche Statuen, kleine Bauwerke und Denkmäler bereichert, von denen heute nur noch wenige Überreste zu sehen sind. Lediglich der Diana-Tempel wurde im Laufe der Zeit restauriert. Im Laufe der Jahre hat sich der Baumbestand des Parks mehrfach verändert. Bereits seit 1977 steht das Areal unter Denkmalschutz, und 1998 wurde es zusätzlich als Naturschutzgebiet „Burgaue“ ausgewiesen. Obwohl sich der Schlosspark heute wieder im Privatbesitz der Familie Speck von Sternburg befindet, bleibt er weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich. Speck von Sternburg wurde auch aufgrund dieses Verdienstes im März 2025 zum Ehrenbürger der Stadt Leipzig ernannt. Der Förderverein Auwaldstation und Schlosspark Lützschena e.V. bemühen sich um die weitere Entwicklung.
Bismarckturm Lützschena-Stahmeln
Neben dem Rosentaler Wackelturm gibt es in Leipzigs Nordwesten noch einen zweiten Aussichtsturm, den Bismarckturm. Er bietet mit 30,75m den höchsten Aussichtspunkt im Norden Leipzigs und ist einer von 240 Bismarcktürmen, die nach dem Rücktritt des Reichskanzlers Otto von Bismarck, nach 1890 entstanden. Der Bismarckturm in Lützschena-Stahmeln wurde zwischen 1914-15 erbaut und ist nach einer Sanierung seit 1997 wieder zugänglich. Um den Erhalt und dessen Besteigung kümmert sich gleichnamige Förderverein.
Brauerei Lützschena
Die ehemalige Sternburg-Brauerei in Lützschena ist ein bedeutendes Baudenkmal und prägt bis heute das Ortsbild. Seit 1822 entwickelte Freiherr Speck von Sternburg, seit 2025 Ehrenbürger der Stadt Leipzig, die Brauerei zu einem der größten Brauhäuser Mitteldeutschlands. Die denkmalgeschützten Gebäude sind weitgehend erhalten und sollen im Rahmen aktueller Pläne behutsam saniert und für Wohnen, Gewerbe und Kultur genutzt werden. Neben ihrer langen Brautradition erinnert der Ort auch an das dunkle Kapitel der NS-Zwangsarbeit. Während des Nationalsozialismus wurden hier auch Zwangsarbeiter*innen eingesetzt. Wir Bündnisgrüne setzen uns dafür ein, dass bei der Neugestaltung auch die Erinnerung an die Opfer der Zwangsarbeit sichtbar bleibt. So verbinden sich Industriekultur, Erinnerung und neue Perspektiven für Lützschena.
Denkmal der 53
Das „Denkmal der 53“ in Leipzig-Lindenthal erinnert an ein NS-Verbrechen vom 12. April 1945: Damals wurden 52 Häftlinge aus Leipziger Gefängnissen von der Gestapo am Exerzierplatz im Tannenwald erschossen und verscharrt. Nach Kriegsende wurden die Opfer exhumiert und am 5. Mai 1945 in einem Gemeinschaftsgrab mit 53 Särgen bestattet. 1954 entstand am authentischen Ort eine Gedenkstätte mit Ehrenhain und Stelen, die an die Ermordeten erinnern. Die Anlage steht seit 2005 unter Denkmalschutz und wurde zuletzt 2020 restauriert. Die Bündnisgrüne Fraktion Leipzig setzt sich für den Erhalt der Gedenkstätten zu den NS-Verbrechen ein. Eine spezielle Tour über Grüne Ecken entdecken findet sich dazu hier.
Tannenwald
Der Tannenwald ist die erste Station dieser „Grüne Ecken entdecken“-Tour, die in einer eingemeindeten Ortschaft Leipzigs liegt – Lindenthal wurde 1999 Teil der Stadt Leipzig. Das 251 Hektar große Waldgebiet beeindruckt durch seine artenreiche Flora und Fauna und ist als FFH-Gebiet gemeldet. Besonders aus bündnisgrüner Sicht ist bedauerlich, dass ein geplantes Vogelschutzgebiet im Tannenwald wegen des Ausbaus des Flughafens Leipzig/Halle und der damit verbundenen Fluglärmbelastung nicht realisiert werden konnte. Der Schutz wertvoller Lebensräume und die Förderung nachhaltiger Stadtentwicklung wurde hier leider Opfer bundes- und landespolitischer Entscheidungen. Der Tannenwald ist ein Teil des ehemaligen Exerziergeländes, wurde von der Leipziger Garnison, dann von der Wehrmacht und als letztes von der NVA benutzt. Es gibt noch deutliche Spuren dieser Zeiten, zum Beispiel Gräben und Reste des ehemaligen Kasernengeländes Außerdem haben russische Soldaten vielfach kyrillische Spuren in den Bäumen des Tannenwalds hinterlassen.
Ökobad Lindenthal
Das Ökobad Lindenthal der Leipziger Sportbäder ist ein Vorzeigeprojekt für nachhaltige Naherholung und wurde 1998 als erstes ökologisches Freibad Deutschlands eröffnet – noch bevor Lindenthal 1999 nach Leipzig eingemeindet wurde. Statt Chlor sorgen Wasserpflanzen und Mikroorganismen für sauberes Wasser, unterstützt durch eine moderne Kiesfilteranlage. Das Bad entstand aus der Initiative der Gemeinde, die nach Südtiroler Vorbild eine naturnahe Alternative schuf, als eine Sanierung des alten Freibads finanziell nicht möglich war. Heute bietet das Ökobad auf über 5.000 Quadratmetern Badespaß inmitten von Seerosen, Schilf und artenreicher Tierwelt – ein wichtiger Beitrag zu Umweltbildung, Biodiversität und Lebensqualität im Leipziger Nordwesten.
Schloss Breitenfeld
Das Schloss Breitenfeld liegt im gleichnamigen Ortsteil im Leipziger Norden, der 1923 zu Lindenthal kam und seit der Eingemeindung Lindenthals 1999 zu Leipzig gehört. Das Schloss Breitenfeld, ursprünglich aus einer mittelalterlichen Wasserburg hervorgegangen, wurde im 19. Jahrhundert im Stil des Historismus/Neobarock neu errichtet und ist heute saniert und wird als Hotel genutzt. Breitenfeld ist geschichtsträchtig: Hier fanden 1631 und 1642 die berühmten Schlachten des Dreißigjährigen Krieges statt, die als Wendepunkte europäischer Geschichte gelten. Das Schloss selbst diente während der Völkerschlacht 1813 als Hauptquartier des schwedischen Kronprinzen. Die gepflegte Parkanlage lädt heute zum Verweilen ein.
Gustav Adolf Denkmal Breitenfeld
Das Gustav-Adolf-Denkmal in Breitenfeld erinnert an die entscheidende Schlacht vom 17. September 1631, in der der schwedische König Gustav II. Adolf das kaiserliche Heer besiegte und damit die Glaubensfreiheit für die Protestanten sicherte. Der schlichte Sandsteinquader wurde 1831, zum 200. Jahrestag der Schlacht, östlich des Ortes errichtet und trägt die Inschrift: „Glaubens-Freiheit für die Welt rettete bei Breitenfeld Gustav Adolf Christ und Held“. Breitenfeld ist heute ein Ortsteil von Leipzig, seit der Eingemeindung Lindenthals 1999. Das Denkmal ist ein bedeutender Erinnerungsort für die europäische Geschichte und ein beliebtes Ziel für historisch Interessierte.
Maker Space
Der Maker Space Leipzig steht für gelebte Nachhaltigkeit und eine kreative, ressourcenschonende Stadtentwicklung. Hier werden Prinzipien wie „Teilen statt besitzen“ und „Reparieren statt wegwerfen“ praktisch umgesetzt – ein wichtiger Beitrag zur Abfallvermeidung und zum Klimaschutz und damit eine Herzensangelegenheit, die unsere bündnisgrüne Fraktion teilt und mit politischen Initiativen fördert. Die offene Werkstatt bietet allen Leipziger*innen Zugang zu modernen Technologien und handwerklichen Möglichkeiten, unabhängig vom eigenen Geldbeutel oder Wohnraum. Gerade in Zeiten knapper und teurer Räume ist der Maker Space ein wertvoller Freiraum für gemeinschaftliches Arbeiten, Upcycling und nachhaltige Innovation. Solche Orte stärken die lokale Kreislaufwirtschaft, fördern soziale Teilhabe und machen Leipzig zukunftsfähig.
Geyserhaus
Zurück in Eutritzsch gelangen wir zum GeyserHaus. Das GeyserHaus ist ein lebendiges soziokulturelles Zentrum, das Kultur für alle Generationen und Hintergründe bietet. Seit 1991 engagiert sich der Verein GeyserHaus e.V. für Integration, kreative Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt – mit Konzerten, Kursen, offener Jugendarbeit und vielfältigen Projekten auf der idyllischen Parkbühne am Arthur-Bretschneider-Park. Besonders aus bündnisgrüner Sicht ist das GeyserHaus ein wichtiger Ort für Teilhabe, kulturelle Vielfalt und nachhaltige Stadtentwicklung: Hier werden Begegnung und Mitgestaltung großgeschrieben, und das generationsübergreifende, inklusive Angebot stärkt das soziale Miteinander im Quartier.
Budde-Haus
Das Buddehaus im Leipziger Stadtteil Gohlis ist ein weiteres bedeutendes soziokulturelles Zentrum im Leipziger Norden mit bewegter Geschichte. 1891 als Villa Hilda für die Fabrikantenfamilie Bleichert erbaut, wurde es ab 1956 als Kulturhaus genutzt und nach dem NS-Widerstandskämpfer Heinrich Budde benannt. Heute bietet das Buddehaus unter Trägerschaft des Kreativitätswerkstatt e.V. Raum für Kunst, Kultur, Bildung und Begegnung für alle Generationen. Die denkmalgeschützte Villa mit ihrem Park, Kreativwerkstatt und Biergarten ist ein lebendiger Treffpunkt für Anwohnende und Kulturschaffende im Leipziger Norden und steht für Offenheit, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Bündnisgrüne Fraktion setzt sich für dessen Förderung und perspektivische Sanierung ein. Eines der Projekte des Buddehauses ist das Patenschaftsprogramm für Pflanzen: Besucher*innen und Nachbar*innen können Verantwortung für Beete oder einzelne Pflanzen im Park übernehmen und so aktiv zur Pflege und Begrünung des Geländes beitragen. Dieses Engagement fördert Artenvielfalt, Umweltbewusstsein und Gemeinschaftssinn im Quartier – ganz im Sinne einer nachhaltigen, grünen Stadtentwicklung
Monopol Leipzig
Das MONOPOL Leipzig in Eutritzsch verbindet seit 2010 Leben, Kunst und gutes Karma auf einem historischen Industriegelände, das 1922 als Sitz der Reichs-Monopol-Verwaltung für Branntwein gegründet wurde. Heute ist das Areal ein kreativer Hotspot mit Ateliers, Werkstätten, Proberäumen und regelmäßigem „Open Monopol“, bei dem Besucher*innen Einblicke erhalten. Neben Kunst und Kultur ist auch die Kaffeerösterei "Good Day Coffee Roasters" ein Highlight: Hier gibt es frisch gerösteten Kaffee und Produkte wie Honig von den eigenen MONOPOL-Bienen. Das MONOPOL steht für gemeinschaftliches Arbeiten, nachhaltige Umnutzung und kulturelle Vielfalt im Leipziger Norden, Inhalte für deren Förderung sich auch unsere Fraktion Bündnis 90/Die Grünen einsetzt.
Damit endet unsere Rundreise durch Leipzigs Nordwesten, von Gohlis und Möckern, über Lützschena-Stahmeln, Lindenthal und Breitenfeld zurück nach Eutritzsch.